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Cybersicherheit: Die 5 wichtigsten Dinge

Im Alltag sind wir rund um die Uhr vernetzt – vom Smartphone, über die Smartwatch am Handgelenk bis hin zum Laptop oder dem PC im eigenen Haushalt. Dabei müssen wir uns auch mit unseren persönlichen Daten befassen. Welche Punkte sind wichtig? Und wie integriere ich sie ganz einfach in mein digitales Leben? Tipps in fünf Bereichen vom Cybersicherheitsexperten Marcus Beyer.

1. Betriebssysteme und Software regelmässig aktualisieren

Software-Updates schliessen Sicherheitslücken, verbessern die Stabilität und oft auch die Leistung deines Geräts. Wenn Systeme veraltet sind, können Angreifer bekannte Schwachstellen ausnutzen, um Schaden anzurichten oder Daten zu stehlen. Daher ist es sinnvoll, Updates für das Betriebssystem auf dem Handy oder PC möglichst zeitnah einzuspielen, bevor Ausnutzungen bekannt werden.

So klappt es praktisch:

  • Prüfe regelmässig, ob alle Programme aktuell sind und aktiviere automatische Updates für Betriebssysteme und zentrale Anwendungen, soweit möglich – auch auf dem Handy. Dadurch laufen Sicherheits-Patches möglichst ohne dein Zutun im Hintergrund durch.
  • Mache regelmässig Backups deiner wichtigsten Daten wie Bilder, Dokumente usw. und teste, ob die Wiederherstellung auch funktioniert.
  • Halte auch sicherheitsrelevante Einstellungen wie z.B. Privatsphäreinstellungen von Sozialen Netzwerken auf dem neuesten Stand.

Diese Gewohnheiten helfen, Eindringlingen schon im Vorfeld die Pfeile aus dem Köcher zu nehmen und dein System belastbarer zu machen.

Blick auf ein offenen Laptop, der ein Softwareupdate durchführt. Der Hintergrund ist Dunkel, die Tastatur leuchtet. - vergrösserte Ansicht
Software-Update: Schützt vor Sicherheitslücken und hält dein System stabil.

2. Passwortschutz und Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bzw. Passkeys

Starke Passwörter sind die erste Barriere gegen unbefugten Zugriff. Viele Konten werden jedoch durch einfache oder oft verwendete Passwörter gefährdet. Durch einen zweiten Authentisierungsfaktor – auch 2FA genannt, oder Passkeys wird eine zusätzliche Sicherheitsschicht hinzugefügt, sodass ein gestohlenes Passwort allein nicht reicht, um Zugang zu erhalten.

So setzt du es um:

  • Nutze für jedes Konto ein einzigartiges, komplexes Passwort. Am besten eine lange Mischung aus Gross- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Hier gilt immer: Länge ist wichtig!
  • Verwende einen Passwortmanager, der Passwörter sicher generiert, speichert und automatisch ausfüllt. So behältst du den Überblick über viele Passwörter ohne sie notieren zu müssen.
  • Aktiviere 2FA oder Passkeys für deine wichtigsten Konten – E-Mail, Banking, Cloud-Speicher, Sozialen Netzwerken und so weiter.
  • Sichere deine Passwörter regelmässig durch Backups des Passwortmanagers und dokumentiere sichere Wiederherstellungswege. Du kannst auch Familienmitgliedern Passwörter weitergeben, um im Notfall an Dokumente oder auf Plattformen zu gelangen. Auch hier helfen Passwortmanager für die sichere Weitergabe.

Mit dieser Praxis wird selbst ein gehacktes Passwort kaum noch ausreichen, um in deine Konten einzudringen.

Blick auf ein Post-it, dass auf einem Laptop klebt. Auf ihm Steht ein schwaches, durchgestrichenes Passwort, und ein gutes, neues Passwort. - vergrösserte Ansicht
Starke Passwörter und 2FA: Mehr Sicherheit für deine Konten.

3. Künstliche Intelligenz (KI) und Halluzinationen

KI ist natürlich in aller Munde und kann dich bei Recherchen, Textentwürfen oder Datenanalysen unterstützen, birgt aber auch Risiken. Man spricht von Halluzinationen, wenn KI-Systeme faktenreiche, aber falsche oder unsinnige Aussagen generieren, die auf den Nutzer täuschend wirken können.

Woran du das erkennst und wie du damit umgehst:

  • Sei vorsichtig mit KI-generierten Informationen. Sie können plausible, aber inkorrekte Details enthalten, besonders wenn es um spezialisierte oder aktuelle Fakten geht.
  • Validiere KI-Ausgaben über zuverlässige, unabhängige Quellen. Verlasse dich nicht ausschliesslich auf das, was dir eine KI präsentiert.
  • Nutze KI als Hilfsmittel zur Ideenfindung, zum Formulieren von Texten oder zum Beantworten allgemeiner Fragen – aber prüfe kritisch und entscheide erst nach einer echten Faktennachprüfung.
  • Mache Dich und andere im Umgang mit KI vertraut: Welche Stärken hat KI, wo liegen Grenzen, welche Anwendungsregeln sind sinnvoll?

Durch eine gesunde Skepsis und zusätzliche Quellen kannst du die Vorteile von KI nutzen, ohne in Fehlinformationen zu geraten.

 

4. Fake News und verlässliche Informationsquellen

Fake News können Nachrichten, Meinungen oder Meldungen verfälscht darstellen. Sie verbreiten sich schnell in sozialen Netzwerken und beeinflussen Entscheidungen – auch rund um Sicherheitsthemen.

So schützt du dich effektiv:

  • Prüfe Informationen vor dem Teilen: Wer ist der Urheber? Welche Quellen werden genannt? Sind Zitate oder Behauptungen belegbar? Passt der Zeitraum z.B. zur Meldung oder dem Bild?
  • Nutze etablierte, seriöse Quellen und Faktenchecks. Vergleiche Meldungen mit mehreren unabhängigen Medien oder offiziellen Stellen.
  • Achte auf Warnzeichen: Reisserische Überschriften, pauschale Schuldzuweisungen oder starkes Dramatisieren ohne Belege.
  • Teile nur Inhalte, deren Quelle du nachvollziehen kannst.

Gute Informationshygiene reduziert das Risiko, falsche Behauptungen und Nachrichten zu verbreiten oder aufgrund von Fehlinformationen falsche Entscheidungen zu treffen.

Blick auf ein Laptop, auf dem eine Grafik zu sehen ist. Die Grafik zeigt eine Zeitung, darüber eine Lupe. Durch die Lupe entpuppt sich die News als Fake. Dunkler Hintergrund, die Tastatur leuchtet. - vergrösserte Ansicht
Fake News: Erkenne Manipulation durch kritisches Hinterfragen.

5. Allgemeine Sicherheitsbewusstheit und Alltagstauglichkeit

Sicherheit ist eine Haltung im Alltag. Ein ganzheitlicher Ansatz verbindet Wissen, Gewohnheiten und technische Massnahmen.

So gelingt dir das dauerhaft:

  • Bildung bleibt zentral: Bleib auf dem Laufenden über neue Bedrohungen, Phishing-Techniken und Schutzmöglichkeiten. Nutze kurze, regelmässige Lernmomente (z. B. eine wöchentliche Sicherheits-Checkliste) oder offizielle Trainingsangebote wie z.B. https://cybersecurityforyou.ch/de.
  • Nutze Informationsangebote wie https://www.ibarry.ch/de/, die Informationsseiten der Schweizerischen Kriminalprävention: https://www.skppsc.ch/de/themen/internet/ oder vom Bundesamt für Cybersicherheit (BACS): https://www.ncsc.admin.ch/ncsc/de/home/infos-fuer/infos-private.html um dich über aktuelle Gefahren zu informieren.
  • Sei wachsam bei verdächtigen Mails oder Anrufen aber auch Push-Benachrichtigungen via SMS, Whatsapp & Co. Öffne keine Anhänge von Unbekannten und klicke nicht vorschnell auf unbekannte Links.
  • Schütze deine Geräte: Verwende Bildschirmsperren, verschlüsselte Speichermedien, aktuelle Browser- und App-Versionen und sichere Netzwerke (z. B. ein Heim-WLAN mit aktuellen Verschlüsselungsstandards).
  • Sichere Backups machen: Mache regelmässige Backups deiner wichtigen Daten, bewahre sie ausserhalb des Hauptgerätes auf und teste die Wiederherstellung gelegentlich.
  • Achte auf deine Privatsphäre: Prüfe Berechtigungen von Apps, teile möglichst wenig sensible Daten und nutze die Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen von Apps, Sozialen Medien und Informationsangeboten im Internet.

Wenn du diese fünf Hinweise in deinem Alltag verankerst, legst du eine solide Grundlage für deine persönliche Cybersicherheit. Kleine, regelmässige Schritte haben oft mehr Wirkung als grosse, einmalige Aktionen. Viel Erfolg beim Umsetzen!

Autor

Marcus Beyer, Security Awareness Officer bei Swisscom

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