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  4. Bauwerke der PTT
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Mehrzweckanlage Monte San Salvatore (TI)

Mitte der 1950er Jahre beginnen mit dem Uetliberg-Sender die ersten Versuche für Fernsehverbindungen in der Schweiz. Zu diesem Zeitpunkt kann der Kanton Tessin nur die italienischen Fernsehprogramme empfangen. Daher entscheidet 1955 die Generaldirektion PTT, die Tessiner Sendeanlagen miteinander zu verbinden, damit sie auch das Schweizer Fernsehen empfangen können – damals eine grosse Herausforderung im gebirgigen Tessin. Ab Ende November 1958 wird ein Pilotvorhaben durchgeführt: Die Fernsehanlage Monte San Salvatore bedient die Regionen südlich des Monte Ceneri und Mendrisio. Vor allem wegen des gleichzeitigen Empfangs von italienischen Sendungen kommt es dabei häufig zu Störungen und die Forderungen der Tessiner Bevölkerung nach eigenen Programmen nehmen zu. Zwischen 1960 und 1968 wird die Sendeanlage zunehmend ausgebaut, um das erste Programm der RSI (Radiotelelevisione svizzera di lingua italiana) in den ganzen Kanton senden zu können. 1968 wird zudem der 60 Meter hohe erste Mast durch einen solchen von 86 Metern Höhe ersetzt.

1972 beginnen Bauarbeiten, um auf dem San Salvatore eine Mehrzweckanlage einzurichten. Sie entspricht den Normen für normalisierte Regionalstationen mittlerer Grösse, so wie die bereits porträtierte Sendeanlage Valzeina. Nach der Einweihung 1974 sendet die Mehrzweckanlage Monte San Salvatore die drei Schweizer Fernsehprogramme (zunächst nur im Sottoceneri), die zwei Tessiner Radioprogramme und zwei RAI-Fernsehprogramme. Je nach Region sind zusätzliche Anlagen nötig, um diese Programme empfangen zu können. 2003 beginnt schliesslich das Fernseh-Digitalisierungsprojekt DVB-T, 2006 die Umstellung auf das digitale Radio DAB und später DAB+.


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Sendeanlage Uetliberg (ZH)

Anfang der 1950er Jahre bestand in der Region Zürich eine Nachfrage nach Fernsehen im eigenen Heim. Dieser Wunsch der Zürcher ebnete den Weg für die Einführung des Fernsehens in der ganzen Schweiz. Auf dem Uetliberg errichtete die PTT 1950 eine zweistufige mobile Fernsehantenne, die 1953 offiziell eingeweiht wurde. Drei Jahre später wurden dort der erste UKW-Sender und die erste drahtlose Telefonverbindung in Betrieb genommen. Nach dem Bau eines zweiten Fernsehturms wurde 1958 ein dritter Mast aufgestellt, der die beiden ersten Antennen ersetzen sollte. Trotz der öffentlichen Skepsis wegen möglichen gesundheitlichen Auswirkungen und Schäden für die Landwirtschaft wurde im selben Jahr auch noch eine neue Radioantenne für frequenzmodulierten Rundspruch installiert. 1964 folgte dann der zweite UKW-Sender.

Nach weiteren Bauarbeiten errichtete man 1983 einen Zusatzturm für den Radioempfang, der ebenfalls für Unmut sorgte. Nach 30 Jahren Betriebszeit wurde 1990 der alte Sendeturm in einer spektakulären Aktion aus der Luft demontiert. An seiner Stelle wurde eine neue Antenne in Betrieb genommen, die die Bevölkerung der Agglomeration Zürich mit Fernseh-, Radioprogrammen und Lokalradios versorgte. Das analoge Radio wurde 1999 durch Digital Audio Broadcasting ersetzt, 2007 wurde das Analogfernsehen abgeschaltet. Seither sendet der Uetliberg ausschliesslich digital.


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Sendeanlage Valzeina (GR)

Mitte der 1950er Jahre bestand in den Bergregionen bereits seit Jahren die Forderung nach Empfang der Schweizer Radioprogramme. Mit der technischen Möglichkeit, die Bündner Täler durch UKW-Sender zu versorgen, wurde Ende Dezember 1958 die Sendeanlage Valzeina in Betrieb genommen. Wegen der raschen Entwicklung von drahtlosen Diensten in den folgenden Jahren wurde diese Einrichtung 1962 vergrössert, indem im Erdgeschoss ein eigener Fernsehsender installiert wurde. Im Rahmen eines Programms zur Verbesserung des Empfangs in Bergregionen und infolge von zunehmendem Raumbedarf und von Pannen (siehe Zeitungsartikel 19.07.1973), entschied sich die PTT 1968, zunächst die bestehende Station zu vergrössern.

1971 wurde zudem ein Normierungsprojekt zur Erweiterung und Leistungssteigerung dieser und weiterer Sendeanlagen genehmigt. Sieben Stationen gleicher Grösse wurden somit nach einem einheitlichen Gebäudetyp geschaffen, um zusätzliche Projektkosten zu sparen. Im Herbst 1974 wurde die nunmehr als Regionalstation bezeichnete neue „Mehrzweckanlage (MZA) Valzeina“ eingeweiht, die mit einem katastrophensicheren Untergeschoss ausgestattet ist. Ab diesem Zeitpunkt stellte sie einen wichtigen Stützpunkt der drahtlosen Radio- und Fernsehdienste für Nord- und Mittelbünden sowie für das St. Galler Oberland dar. Zwischen 1986 und 1989 wurde der alte Antennenmast durch eine neue und modernere Installation ersetzt. Heute gehört der Sendeturm der Swisscom und versorgt die Stadt Chur, das Churer Rheintal und das Seeztal (bis nach Walenstadt) mit Radio- und Fernsehsignalen.

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Landessender Sottens (VD)

Infolge des Rundfunkerfolgs der 1920er Jahre richtet die Stadt Lausanne 1922 ihre erste Sendeanlage auf Mittelwelle ein. Damit ist sie die dritte Stadt in Europa, die Rundfunksendungen ausstrahlt. Aufgrund der raschen Entwicklung des Mediums wird 1931 in Sottens eine neue Anlage gebaut. Ab Anfang der 1940er Jahre erreicht der Landessender Sottens auch Ohren jenseits der Grenzen: Während des Krieges hören im besetzten Europa zehntausende im Geheimen die Informationen des verbotenen Senders über das aktuelle Geschehen.

In der Nachkriegszeit wird die Anlage vergrössert und modernisiert, um die Zuverlässigkeit der Übertragung zu gewährleisten und längere Pannen zu vermeiden. Trotzdem beklagen sich die damaligen Lokalzeitungen über die anhaltenden technischen Pannen und über die Erhöhung der Rundfunkgebühr. Der permanente Modernisierungswille der PTT führt dazu, dass 1972 die weltweit grösste drehbare Kurzwellen-Station eingeweiht werden kann. In 50 Jahren Betrieb (bis 1981) wird die Sendeleistung von Sottens um den Faktor zwanzig erhöht. 1989 wird der 1947 erbaute Hauptturm gesprengt und durch einen neuen ersetzt, der 2014 ebenfalls entfernt wird. Einer der beiden ursprünglichen Türme von 1931 hingegen ist heute als Kulturgut von nationaler Bedeutung denkmalgeschützt.


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Mehrzweckanlage Säntis (SG)

Auf 2‘500 m.ü.M. gelegen, dient die Sendeanlage der Swisscom noch immer als Fernmeldeturm und Rundfunksender. Die Geschichte des Baus reicht bis in die 1950er Jahre zurück: Seit 1958 versorgt die Mehrzweckanlage der PTT die Nordostschweiz u.a. mit UKW-Rundspruch (das Zweite Programm des Landessenders Beromünster, DRS 2), Fernsehen und Autoruf. Beim Säntis-Gipfel befand sich schon seit den 1880er Jahren eine Wetterstation, die von der PTT mit einer Telegrafenleitung erschlossen worden war. Wind und Wetter, steile Felswände, die Verflechtung von Alt- und Neubauten sowie von öffentlichen Räumen und abgeschlossenen technischen Anlagen erleichterten die Umstände des Baus natürlich nicht.

Dazu kam, dass sich die Zahl der Fernsehteilnehmer in der Schweiz viel schneller entwickelte als erwartet. Keine 10 Jahre nach der Eröffnung, im Jahr 1968, musste eine gründliche Sanierung her, um die Aufgaben der Station und die Bedürfnisse der Bevölkerung weiterhin abdecken zu können. Diese Erweiterung sollte nicht die Letzte sein.