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Kulturerbejahr 2018: PTT-Bauten

Als Beitrag zum Kulturerbejahr widmen wir die Rubrik in diesem Jahr den Hochbauten der PTT: von gross bis klein, von Post bis Telefon. Die Inhalte stammen aus unserer Quizreihe #pttBauten auf Facebook. Mitmachen auf www.facebook.com/pttarchiv


Poststelle Arolla

Die Postgeschichte von Arolla, einem kleinen Walliser Dorf auf 2000 m.ü.M., beginnt um 1900: Damals fragen die lokalen Hoteliers bei der Kreispostdirektion Lausanne an, ob diese im Ort ein Postdepot eröffnen könne. Daraufhin wird im Juni desselben Jahres ein kleines Postlager eingerichtet. Damals wird dieses von Pierre Fauconnet verwaltet, der zugleich den Postverkehr zwischen Arolla und dem Dorf Haudères gewährleistet. Da der Tourismus stark zunimmt, gewinnt die Verbindung rasch an Bedeutung. Die Post zwischen den beiden Orten wird bis 1950 auf dem Rücken von Mauleseln transportiert. In diesem Jahr wird eine Strasse für Jeeps gebaut, seither ist ein schnellerer Postverkehr sichergestellt.

Das erste eigentliche Postlokal, das ab 1921 den Status eines Postbüros hat, befindet sich zwischen 1910 und 1965 in einem Gebäude, das als «Bazar de la Poste» bezeichnet wird. Aufgrund der weiteren Entwicklung – vor allem des winterlichen Tourismus – eröffnet Posthalter Joseph Pralong 1965 ein neues, grösseres Postlokal. Gleichzeitig werden die neuen Telefon- und Telegrafenstationen eingeweiht. Die Post von Arolla befindet sich bis heute in diesem Gebäude und ist eine der höchstgelegenen Poststellen der Schweiz.

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Sendeanlage Uetliberg

Anfang der 1950er Jahre bestand in der Region Zürich eine Nachfrage nach Fernsehen im eigenen Heim. Dieser Wunsch der Zürcher ebnete den Weg für die Einführung des Fernsehens in der ganzen Schweiz. Auf dem Uetliberg errichtete die PTT 1950 eine zweistufige mobile Fernsehantenne, die 1953 offiziell eingeweiht wurde. Drei Jahre später wurden dort der erste UKW-Sender und die erste drahtlose Telefonverbindung in Betrieb genommen. Nach dem Bau eines zweiten Fernsehturms wurde 1958 ein dritter Mast aufgestellt, der die beiden ersten Antennen ersetzen sollte. Trotz der öffentlichen Skepsis wegen möglichen gesundheitlichen Auswirkungen und Schäden für die Landwirtschaft wurde im selben Jahr auch noch eine neue Radioantenne für frequenzmodulierten Rundspruch installiert. 1964 folgte dann der zweite UKW-Sender.

Nach weiteren Bauarbeiten errichtete man 1983 einen Zusatzturm für den Radioempfang, der ebenfalls für Unmut sorgte. Nach 30 Jahren Betriebszeit wurde 1990 der alte Sendeturm in einer spektakulären Aktion aus der Luft demontiert. An seiner Stelle wurde eine neue Antenne in Betrieb genommen, die die Bevölkerung der Agglomeration Zürich mit Fernseh-, Radioprogrammen und Lokalradios versorgte. Das analoge Radio wurde 1999 durch Digital Audio Broadcasting ersetzt, 2007 wurde das Analogfernsehen abgeschaltet. Seither sendet der Uetliberg ausschliesslich digital.

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Poststelle Colombier (NE)

Die ersten Spuren eines eigentlichen Postdepots in Colombier gehen bis aufs Jahr 1839 zurück, also 10 Jahre vor der Gründung der eidgenössischen Post. Aufgrund der Entwicklung erhält es im Jahr 1894 den Status einer Poststelle zweiter Klasse. Seit seiner Eröffnung und bis 1912 befindet sich das Postamt in der Bahnhofstrasse, anschliessend bis 1951 (ab 1925 als Postbüro)  im Gemeindehaus, das der Postverwaltung Räumlichkeiten vermietet. Obwohl diese zentrale Lage ideal ist, wird es wegen des Platzmangels bald notwendig, einen neuen Standort zu suchen. Nach mehreren gescheiterten Versuchen erwirbt die Post ein Haus in der Rue du Collège. Dieser Standort erweist sich aber bald als problematisch, da verschiedene Konflikte bezüglich der Nutzung der Räumlichkeiten entstehen.

Daher beginnen einige Jahre später erneute Diskussionen mit der Gemeinde um die Errichtung eines neuen Gebäudes. Aufgrund finanzieller Probleme wird der Vorschlag des damaligen Pöstlers Maurice Perdrizat akzeptiert, einen Neubau zu erstellen, der neben der Post auch 17 Eigentumswohnungen umfasst. Nach zweijährigen Bauarbeiten wird das neue Postamt in der Rue du Verger im April 1973 eingeweiht: Es belegt eine Fläche von 600 m2 (5 Schalter und 176 Postfächer). Die aktuelle Poststelle liegt noch am selben Ort und verfügt über Brief-, Paketdienst und Zahlungsverkehr.

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Poststelle Giswil

Die ersten Spuren einer nichtrechnungspflichtigen Postablage in Giswil gehen auf das Jahr 1849 zurück. Zu dieser Zeit befindet sie sich vermutlich im Haus des Postbesorgers Peter Halter. Nachdem sie 1866 in ein rechnungs- und geldanweisungspflichtiges Depot umgewandelt wurde, wird dieses 1871 als Postbüro klassifiziert (Geldanweisungen bis 200 Franken möglich). 1888 wird ein Vertrag mit der Jura-Bern-Luzern-Bahn über die Miete eines Postlokals im neuen Stationsgebäude der Bahn unterschrieben. 1901 wird das Postamt ins Haus des damaligen Posthalters Cherubin Steudler verlagert. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges dient Giswil auch als Kriegsinternierungs-Lagerpost für internierte Polen, Italiener und Russen.

Als Posthalter Steudler 1947 nach 45 Dienstjahren pensioniert wird und Julius Limacher das Postamt übernimmt, wird dieses in einen Neubau an der kleinen Melchaa verlegt. Die Poststelle Giswil wird bis in die 1990er Jahre von der Familie Limacher(-Lötscher) geführt. Infolge der starken Zunahme des Postverkehrs wird 1991 eine modernere und grössere Poststelle mit einer Filiale der Obwaldner Kantonalbank eröffnet. Sie liegt direkt neben dem Gebäude von 1948, in dem sich heute das Café Alte Post befindet.

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Sendeanlage Valzeina

Mitte der 1950er Jahre bestand in den Bergregionen bereits seit Jahren die Forderung nach Empfang der Schweizer Radioprogramme. Mit der technischen Möglichkeit, die Bündner Täler durch UKW-Sender zu versorgen, wurde Ende Dezember 1958 die Sendeanlage Valzeina in Betrieb genommen. Wegen der raschen Entwicklung von drahtlosen Diensten in den folgenden Jahren wurde diese Einrichtung 1962 vergrössert, indem im Erdgeschoss ein eigener Fernsehsender installiert wurde. Im Rahmen eines Programms zur Verbesserung des Empfangs in Bergregionen und infolge von zunehmendem Raumbedarf und von Pannen (siehe Zeitungsartikel 19.07.1973), entschied sich die PTT 1968, zunächst die bestehende Station zu vergrössern.

1971 wurde zudem ein Normierungsprojekt zur Erweiterung und Leistungssteigerung dieser und weiterer Sendeanlagen genehmigt. Sieben Stationen gleicher Grösse wurden somit nach einem einheitlichen Gebäudetyp geschaffen, um zusätzliche Projektkosten zu sparen. Im Herbst 1974 wurde die nunmehr als Regionalstation bezeichnete neue „Mehrzweckanlage (MZA) Valzeina“ eingeweiht, die mit einem katastrophensicheren Untergeschoss ausgestattet ist. Ab diesem Zeitpunkt stellte sie einen wichtigen Stützpunkt der drahtlosen Radio- und Fernsehdienste für Nord- und Mittelbünden sowie für das St. Galler Oberland dar. Zwischen 1986 und 1989 wurde der alte Antennenmast durch eine neue und modernere Installation ersetzt. Heute gehört der Sendeturm der Swisscom und versorgt die Stadt Chur, das Churer Rheintal und das Seeztal (bis nach Walenstadt) mit Radio- und Fernsehsignalen.

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Poststelle Vissoie

Mitte des 19. Jahrhunderts wird im Val d‘Anniviers ein Postdienst eingerichtet, um dessen geografische Isolation zu überwinden. Zu dieser Zeit dient im Dorf Vissoie (1‘260 ü.M.) ein Holzgebäude als Postablage. Als 1890 ein Brand dieses Depot zerstört, wird die Postablage zunächst in einen Bau am Kirchplatz verlagert und 1907 im Erdgeschoss der Telefonzentrale untergebracht. Im Jahr 1922 wird an der Place de la Tour ein neues Postamt im Erdgeschoss der Wohnung von Émilie Crettaz, der damaligen Posthalterin eröffnet. Trotz der zentralen Lage machen die dortigen Verkehrsbehinderungen eine erneute Versetzung notwendig.

Nach mehr als drei Jahrzehnten Warten und Diskussionen mit der Generaldirektion wird im Oktober 1954 das neue Gebäude der PTT auf einem Grundstück der Pfarrei Vissoie errichtet und eingeweiht. Im selben Monat wird dort auch eine neue automatische Telefonzentrale eröffnet. Bis 1986 wird die Wohnung im Obergeschoss der Poststelle der Familie Crettaz vermietet, die ab 1918 in mehreren Generationen die Post in Vissoie führt. Seither dient sie als private Ferienwohnung. Die Poststelle besteht weiterhin und Vissoie stellt eines der höchsten ganzjährig bewohnten Dörfer der Schweiz dar.

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Landessender Sottens

Infolge des Rundfunkerfolgs der 1920er Jahre richtet die Stadt Lausanne 1922 ihre erste Sendeanlage auf Mittelwelle ein. Damit ist sie die dritte Stadt in Europa, die Rundfunksendungen ausstrahlt. Aufgrund der raschen Entwicklung des Mediums wird 1931 in Sottens eine neue Anlage gebaut. Ab Anfang der 1940er Jahre erreicht der Landessender Sottens auch Ohren jenseits der Grenzen: Während des Krieges hören im besetzten Europa zehntausende im Geheimen die Informationen des verbotenen Senders über das aktuelle Geschehen.

In der Nachkriegszeit wird die Anlage vergrössert und modernisiert, um die Zuverlässigkeit der Übertragung zu gewährleisten und längere Pannen zu vermeiden. Trotzdem beklagen sich die damaligen Lokalzeitungen über die anhaltenden technischen Pannen und über die Erhöhung der Rundfunkgebühr. Der permanente Modernisierungswille der PTT führt dazu, dass 1972 die weltweit grösste drehbare Kurzwellen-Station eingeweiht werden kann. In 50 Jahren Betrieb (bis 1981) wird die Sendeleistung von Sottens um den Faktor zwanzig erhöht. 1989 wird der 1947 erbaute Hauptturm gesprengt und durch einen neuen ersetzt, der 2014 ebenfalls entfernt wird. Einer der beiden ursprünglichen Türme von 1931 hingegen ist heute als Kulturgut von nationaler Bedeutung denkmalgeschützt.

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Hauptpostamt Frauenfeld

Seit Ende des 18. Jahrhunderts bestanden im Kanton Thurgau verschiedene Postverbindungen, 1807 wurde im Hauptort Frauenfeld das erste offizielle Postlokal im Gasthaus Krone eröffnet. Obwohl in den nächsten 80 Jahren das Postwesen der Stadt zunehmend wuchs, entstand erst 1898 das neue Gebäude auf dem Löwenplatz (Foto). Als 1955 ein Telefongebäude angebaut wurde, konnte die Post in dessen Obergeschoss einen Botenraum von 400 m2 einrichten. 1964 wurde an der Zürcherstrasse 67 eine zweite Poststelle eröffnet, womit die bisherige Post zum Hauptamt wurde und die Bezeichnung Frauenfeld 1 erhielt. Von 1982 bis 1986 wurde der Gesamtkomplex durch einen weiteren Anbau entlang der Rheinstrasse erweitert, der 2018 durch einen Neubau ersetzt wird.

Der historische Bau von 1898 steht unter kantonalem Denkmalschutz. Die markante „Laterne“ auf dem Kuppeldach war nach der Verlegung der Telefonkabel in den Boden in den 1930er Jahren abgebrochen worden. Als sie 1981 wiederhergestellt wurde, sorgten zunächst die falsch gewählten Proportionen für Diskussionen. Der Aufbau wurde daraufhin auf die historisch korrekte Höhe gekürzt.

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Poststelle Brissago

Der ältere Gebäudeteil der Poststelle Brissago wurde 1948/49 erbaut und besteht in seiner Funktion bis heute. Allerdings wurde beim Bau der in den Nachkriegsjahren stark anwachsende Fremdenverkehr nicht berücksichtigt. Als 1967 schliesslich rund 190‘000 Übernachtungen pro Sommersaison in Brissago erreicht wurden, sah sich die Post gezwungen, den nur 18 m2 grossen Schalterraum zu erweitern – drei Schalter reichten im Hochsommer bei weitem nicht mehr aus, um die vielen Touristen und die tausenden von Postkarten zu bewältigen.

Das Resultat war 1971 schliesslich ein Erweiterungsbau, der sowohl einen vergrösserten Postbetrieb gewährleisten, als auch die neue Telefonzentrale von Brissago beherbergen sollte. Die Telefonteilnehmer von Brissago waren bis 1971 der Unterzentrale von Porto Ronco angeschlossen. Die Kapazität dieser Zentrale war allerdings durch das stetige Wachstum an Anschlüssen in Brissago zusehends ausgeschöpft worden.

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Mehrzweckanlage Säntis

Auf 2‘500 m.ü.M. gelegen, dient die Sendeanlage der Swisscom noch immer als Fernmeldeturm und Rundfunksender. Die Geschichte des Baus reicht bis in die 1950er Jahre zurück: Seit 1958 versorgt die Mehrzweckanlage der PTT die Nordostschweiz u.a. mit UKW-Rundspruch (das Zweite Programm des Landessenders Beromünster, DRS 2), Fernsehen und Autoruf. Beim Säntis-Gipfel befand sich schon seit den 1880er Jahren eine Wetterstation, die von der PTT mit einer Telegrafenleitung erschlossen worden war. Wind und Wetter, steile Felswände, die Verflechtung von Alt- und Neubauten sowie von öffentlichen Räumen und abgeschlossenen technischen Anlagen erleichterten die Umstände des Baus natürlich nicht.

Dazu kam, dass sich die Zahl der Fernsehteilnehmer in der Schweiz viel schneller entwickelte als erwartet. Keine 10 Jahre nach der Eröffnung, im Jahr 1968, musste eine gründliche Sanierung her, um die Aufgaben der Station und die Bedürfnisse der Bevölkerung weiterhin abdecken zu können. Diese Erweiterung sollte nicht die Letzte sein.

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Postgebäude Aigle

Das 1978 erbaute Postgebäude in Aigle ist ein typischer PTT-Bau der 1970er Jahre. Aigle hatte sich zu einem regionalen Knotenpunkt des Postverkehrs entwickelt, wodurch das alte Postgebäude zu klein geworden war. Deshalb wurde ein Neubau beschlossen, was bei der Bevölkerung Aigles jedoch nicht nur auf Begeisterung stiess, war dies doch mit dem Abbruch des Bahnhofsbuffets verbunden, das das neue Postbüro zunächst hätte aufnehmen sollen.

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Poststelle Sempach Stadt

Die Poststelle Sempach Stadt wurde 1936 erbaut, weil das bisherige Lokal im Städtchen zu eng geworden war. Posthalter Alois Lieb beabsichtigte deshalb einen Neubau vor dem Luzerner Tor, doch der Gemeinderat erhob Einspruch gegen die Verlegung der Post ausserhalb des Städtchens. Nachdem aber die Suche nach neuen Räumlichkeiten innerhalb der Mauern scheiterte, legte sich der Widerstand und die neue Post konnte gebaut werden.

Im Gebäude befand sich auch eine automatische Telefonzentrale. Diese wurde 1951 vergrössert, wofür die Raumnutzung des Postbüros optimiert werden musste. Der Grundriss zeigt die neue Aufteilung nach diesem Umbau.

Noch heute befindet sich im Gebäude die Postfiliale 6204 Sempach Stadt.

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