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Auf den Hund gekommen

Auf den Tag genau vor 3 Jahren war es: Ein Freund liegt im Sterben. Er ist so klar im Kopf wie immer. Wir unterhalten uns wie immer, nur mit Unterbrüchen, damit er sich dösend erholen kann. Dann kommt er auf unser seit langer Zeit geplantes Projekt zu sprechen: Ein Kochbuch mit selbsterprobten Rezepten. Dazu Kommentare und Anekdoten. Leibspeisen in Zeiten von Veganismus und Co. Ein Kochbuch aus Papier, zum Blättern und Schmökern.

Der Freund ist gegangen, viel zu jung und ohne dass wir das Projekt gestartet haben.

Er wäre der Koch gewesen, ich hätte ihm zugeschaut und seine Vorschläge mit Texten gewürzt.

Nun fehlt er mir und ich versuche mich in der Kunst seiner Küche zu orientieren. Die Nachahmung bleibt etwas leblos und ist ein einsames Geschäft.

Deshalb bin ich auf den Hund gekommen! Also zufällig auf diesen Pudel gestossen bei der Internetsuche mit dem Stichwort «coocking with …»

Ich suchte Jamie und stiess auf «coocking with dog».

Angeklickt und war in einer Welt, bizarrer sie nicht sein könnte.

Eine Frau begrüsst mit einem Kotau. Sie heisst «Der Chef». Rechts von ihr sitzt er, ein Pudel, auf der Höhe der Arbeitsfläche, etwas zurück versetzt. Tut nichts als Sitzen und ab und zu mit seinen Ohren spielen. So scheint es.

Die Köchin – also Der Chef – arbeitet das Rezept durch. Ein Kommentator begleitet in radebrecherischem Amerikanisch.

Der Pudel sitzt da und tut nix! So scheint es.

Aber nein, er tut was.

Denn das ist des Pudels Kern: Er ist es, der kommentiert. Als Bauchredner!

Ist das die neue Form von «Kochbüchern»?

Wer weiss, wir beiden hätten am Schluss doch noch ein modernes Kochvideo als Serial gestartet! Der Koch begrüsst in Mundart, neben ihm, leicht zurück versetzt, …

 

Dominique