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Ferien in Omphalos

Letzthin traf ich eine gute Bekannte von mir. Im Aussenraum, auf einer Garten-Terrasse, da die Gastronomie Wiedereröffnung feiern durfte. Wir beiden feierten mit. Wir tratschen und freuten uns über dieses und jenes. Über die kleinen Freuden und Leiden des Alltags eben.

Ich: «Endlich die freie Zeit wieder draussen geniessen dürfen.»

Sie: «Endlich wieder Ferien planen!»

«Du planst echt Ferien?»

«Ja.»

«Wo soll es denn hingehen?»

«Nach Omphalos.»

Das kam wie aus der Kanone geschossen. Und weil ich sie gut kenne, wusste ich, sie will mich verscheissern und also spielte ich etwas mit.

Ich: «Omphalos? Also Griechenland, oder?»

Sie: «Du hast es erraten!»

«Und keine Quarantänepflicht da unten?»

«Weiss nicht. Ich hab da ein Häuschen, sieht aus wie ein Stöckchen.»

«Aha. Wie ein «Stöckli», würde man hier sagen.»

«Ja.»

«Also nicht in Omphalos, eher in Madiswil, Mötschwil oder so?»

«Schlitzohr*, du hast es fast erraten!»

«Wusst ich es doch! Omphalos – dein Nabel der Welt – liegt doch in der Nähe von Hinterfultigen!»

«Kalt, nicht mal lauwarm. Aber du kannst gerne etwas weiter rätseln.»

«Ach du und deine Spielchen. Raus damit. Wohin denn nun?»

«Rüti.»

«Hmm?»

«Rüti bei Lyssach.»

«So!»

«Rüti b. Lyssach b. Burgdorf.»

«Aha!»

Um endlich mit einem Verslein präzisieren zu dürfen, einer Leier, die sie wohl aus Gewohnheit schon öfters rhythmisch daher gesagt hat:

«Rüti b. Lyssach b. Burgdorf b. Bern.»

«Alles klar ...»

Also Rüti, alias Omphalos, alias Nabel der Welt.

 

Dominique

* Gibt es dazu eigentlich auch einen gendergerechten Ausdruck?