1. Blog

Signal plus

Stellen Sie sich vor, Sie müssten jedes Signal, das Sie empfangen – vom eigenen Körper, vom Partner, aus der Politik, der Wirtschaft, aus der Natur usw. – auf den Wahrheitsgehalt überprüfen!

Die allermeisten liefen nach einer Stunde schon Amok oder versetzten sich – quasi rückwärts – in ein künstliches Koma.

Signale sind minimale Bedeutungsträger, die in einem Körper oder einer Gemeinschaft verabredet, vereinbart, definiert, was und wie auch immer sie sind. Und: Sie sind für etwas zuständig, das so ist, wie es ist. Signale sind weder wahr noch falsch, weil sie eben Signale sind. Nix da mit wahr oder falsch (mit nur einer Ausnahme; siehe am Schluss).

Ich habe deshalb meine liebe Mühe mit den vielen «falschen Signalen», die während diesen Pandemiezeiten sich viral verbreiten, ja grassieren! Die Politiker wollen sogar keine «völlig falschen Signale» senden, und die Wirtschaftskapitäne reden ihnen nach dem Munde. Bis hin zu den Fussballkapitänen will das nun niemand mehr. Also, «gute Signale» sind gefragt und der Bundesrat nimmt sie dann auch in den Mund, wenn die Pandemie etwas abzuflachen scheint.

Tja, vielleicht müssen wir uns einmal mehr damit abfinden, dass den Empfängern solcher Signale sowieso klar ist, was gemeint ist, wie wir das bei Showmaster, Home Office, Social Distancing usw. ja auch tun. Was kümmern uns «die anderen (Sprach-)Kulturen», wenn wir es unter uns «verstehen»!

Was kümmern uns «falsche» Metaphern wie «falsche Signale»!

Lassen wir die Wortklaubereien, das Korinthenkacken! Hauptsache, wir verstehen Signale als Signale, denn dazu sind Signale doch da.

Solange es sich nicht um Mimikry, (Signalfälschungen, neudeutsch und knackiger als «fake signals» oder doch vielleicht korrekter: signal falsification?) handelt, solange müssen wir ja auch nicht jedes Signal einer Wahrheitsprüfung unterziehen!

Wo kämen wir denn hin!

Dominique