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Lebenslanges updaten

«Niemals sollte man ein Sicherheitsupdate machen, wenn man in den darauf folgenden Tagen noch am PC arbeiten möchte …

Das Scheissprogramm überprüft nun jeden Bocksmist, was Stunden dauert und Anfälle von Verzweiflung hervorruft.»

 

Seinen Mahnfinger zum Himmel erhoben und Luft ablassend, meldete sich neulich ein veritabler Freund von mir im digitalen Weltall der Freunde und Un-Freunde. Und wie es sich gehört: Anstelle eines Ausrufezeichens setzte der Urheber am Ende seiner Botschaft vier (ja, 4) «selbstredende» Emoticone (sic!, weil auch die Mehrzahl von Emoticon nicht im Idiotikon aufgeführt ist!) und führte dann in mehreren weiteren Beiträgen weiter aus:

 

«Gestern Nachmittag hat der PC selbsttätig abgestellt und wieder neu aufgestartet. Dann habe ich alles abgestellt.

Heute läuft er wie am ersten Tag …

?????!!!!!»

 

«Also, es läuft wieder einiges, aber vieles lahmt immer noch. Mein PC-Mensch und ich haben gestern Abend noch zwei Stunden geübt, Programme übertragen und die ganze Nacht den Virenscanner laufen lassen (der auch ein paar sehr alte Teile rausgegrübelt hat).

Möglicherweise liegt es aber an der Harddisk.

Also Folgendes: kein neuer PC, dafür wird bis Ende Woche eine SSD-Einheit eingebaut.»

 

«Gut, Leute, habe jetzt Catalina installiert. Jetzt müsste es wieder besser laufen. Allerdings arbeitet Catalina mit 64bit, deswegen funktionieren die Microsoft-Produkte nicht mehr. Sollen später online aufdatiert werden. Mal sehen.»

 

Erst beschwören, dann etwas jubeln, um letztlich skeptisch in die Zukunft zu schauen? Weil es eh nicht anders geht, ich meine ein Leben ohne Computer (mit oder ohne Mac) und dem landläufigen updaten!

Die Reaktionen aus der Internet-Gemeinde belegen einmal mehr, dass ein Erfahrungsaustausch – wenn man das überhaupt so bezeichnen darf – wenig bis gar nicht zielführend ausfällt. Eine Auswahl:

 

«Sowas kenne ich leider nur zu gut. Ich habe hier einen 2 Jahre alten PC stehen, der meinen jetzigen ersetzten soll. Aber wenn ich daran denke die ganzen Programme und Spiele neu zu installieren... Hintergrund, Internet, die ganzen Links... Deshalb steht er schon 2 Jahre hier.»

 

«So ist das. Wie eine Armee aus lauter kleinen sechsbeinigen Bill Gates-Käfern, die im Computer einen Ameisenhaufen anlegen...»

 

«Ich habe Windows und die Updates dauern bloss 2 - 3 Minüteli.»

 

Damit ist Öl ins Feuer gegossen und die Schlacht der Computerbanausen um ihre Systemtreue darf einmal mehr ausgetragen werden: 

 

«All diese Probleme habe ich nicht mehr, seit ich kein Windows mehr benutze.»

 

«Versteh Bahnhof... Sicherheitskopie auf Mac-TimeMachine läuft im Hintergrund und interferiert niemals mit dem, was Du neu erstellst oder änderst. Ich will ja keine Werbung machen, es gibt viele gute Gründe, sich sowohl von Windoof wie auch von Macken zu verabschieden; ich frag nur (für einen Freund, natürlich)…»

 

Und nach dem Aufblitzen und dem Donnern folgt:

 

«Die gute Nachricht: es bleibt kalt und regnerisch…»

 

Nach dem Regen scheint die Sonne – wie es in einem Kinderliedchen so schön heisst.

Und überhaupt:

 

«Dein Problem ist gegen meins sehr klein... das sollte dich trösten.»

 

 

Ja, am Ende bleibt das Tröstliche. Das ist so banal wie das gegenseitige Geschichtenerzählen in Quarantänezeiten! Hauptsache, man ist nicht so alleine und jemand hört zu! Ob analog auf dem Sofa im Wohnzimmer oder vor dem PC, verbunden mit den unsichtbaren, digitalen Vis-à-Vis.

 

Ich will da nur noch etwas anfügen:

Mein modern-altes TV-Gerät meldet regelmässig – nachdem es einfach mitten in einer Sendung abbricht – ich solle ein Update einfordern. Und das etwa einmal im Monat!

Ich schreib das indes nicht in einen post, Leute! Ist ja nicht wirklich ein Problem!! Wenn man bedenkt, dass wir ein Leben lang zu lernen aufgefordert werden – täglich beinah oder eben fast monatlich!

Also nicht überlegen, ob man ein Update ausführen lassen will. Updaten und mit den Folgen jeweils zu «leben» versuchen!

Tröstlich – oder nicht?

 

Dominique