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E-Mail von E-Katherina

Sie schrieb mir – via Hotmail – sie sei zwar noch jung, hätte aber bereits viele Erfahrungen gemacht.

Welche Erfahrungen sie gemacht habe, das schrieb sie indes nicht.

Auf sie sei Verlass und sie sei sehr liebenswürdig. Sie könne alle Wünsche erfüllen, wenn nicht gar alle Wünsche von meinen Lippen lesen ab (sic!). An diese Wortabfolge kann ich mich noch ganz genau erinnern!

 

Und das alles in einem Deutsch, das eine «Handschrift» verriet, die mir etwas fremd vorkam, jedenfalls unvertraut, aber doch irgendwie rührend, ehrlich, offen.

 

Oh, E-Katherina, hätte ich doch geantwortet, um mit dir meine Erfahrungen auszutauschen, dich kennen zu lernen, dich zu fragen, wieso du mir – ja, mir, ausgerechnet mir – diese E-Mail zugestellt hast! Wenn du wüsstest ...

 

Ich war dann doch zu wenig neu-gierig, um eine Antwort auf diese ungefragte E-Mail zu verschicken. Ich hab die Botschaft aber ausgedruckt und irgendwo liegen lassen. Für später, glaubte ich.

 

Und nun sind die Jahre ins Land gezogen. Das Papier nicht auffindbar. Die Erinnerung aber an E-Katherina «lebendig» geblieben.

Was hat «meine liebe E-Katherina» unterdessen gemacht?

Sie hat sich nie wieder bei mir gemeldet.

E-Katherina, wo bist Du? Gibt es Dich noch? Es ist mir, als hätte es Dich nie gegeben!

Ich suche «verzweifelt» in meiner Mailablage. Das Mail aber ist unauffindbar, auch im Spamordner nicht. Gelöscht! Nichts scheint von Dauer zu sein. Auch Erfahrungen nicht. Oder phantasiere ich nur? Gab es diese E-Katherina gar nie oder bloss in den vermischten Zeitungsmeldungen?

 

Dominique