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Dada-Dasein

Vermessen, wenn ich behaupten würde, ich sei nicht «da», ich sei zum Beispiel in den Ferien, wie es mein digitaler Assistent vermeldet, wenn andere während einer Sitzung in der Firma meinen Kalender absurfen.

Ich bin im Grunde nämlich immer «da», auch wenn ich nicht «da» bin. Ich bin also gleichzeitig auch immer «dort» oder irgendwo auf dieser Welt, die bis in den hintersten Winkel vermessen ist.

Vermessen also, wenn ich behaupten würde, ich sei nicht «da»! Die Welt hat mich am Wickel, ob ich Ferien im Freien auf einem Reifen feiern* darf, ob ich ein burn out ausbrüte, egal.

Und wenn ich einmal dann wirklich nicht mehr «da» sein sollte, so existiere ich virtuell weiter, als Dominique, wer weiss, als: Dominique Rinderknecht, Model oder als Dominique Aegerter, Motorradrennfahrer usw.

«Da» sein im virtuellen Dasein. Es geht nichts und niemand mehr verloren.

Aber aufgepasst: Mein Dasein kann gut und gerne auch eine Dabeisein-Camouflage sein! Ich kann also «da» sein – an einer Sitzung teilnehmen – und aber genau das Gegenteil: nämlich nicht «da» sein! – an einem Treffen teilhaben, wenn ich gar nicht vor Ort bin!

Ob analoge oder virtuelle Präsenz: alles platonisch! Vergeistigt, un-sinnlich, unkörperlich – Unsinn quasi?

Bei weitem nicht.

«Da» sitz ich im Freien auf meinem Reifen und sinniere über das Dasein.

Niemand sonst «da».

«Da» plötzlich summt mein Smartphone.

Wer zum Teufel stört denn «da» nun meine Kreise?

«Da» draussen läuft ein meeting und ich werde bums – via Smartphone – zugeschaltet. Ungefragt.

Leute: Ich bin nicht «da»! Steht ja so in der Agenda!

Aber so ist es heute: Nicht «da», und trotzdem «da» …

 

«Da»minique

 

 

*In den Ferien geb ich mir ab und an die Zeit, mich Anagrammen zu widmen.