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T68i-Phone

Es war einmal, da hingen wir beim Telefonieren an der Strippe, da lasen wir im Zug eine Zeitung aus Papier oder sogar ein Buch! Und da gab es mehr Festnetzanschlüsse als mobile Telefone. Das ist noch nicht allzu lange her. Eine märchenhafte Entwicklung vollzog sich sodann vor unseren Augen, ohne dass es viele auch wirklich wahrnahmen.

Es war einmal ein Nokia, mit dem es sich bequem von fast überall telefonieren liess. Auch ein neuer Dienst erlebte einen kometenhaften Aufstieg: Um die Jahreswende ins 21. Jh. wurden in der Schweiz mehr als 1 Million SMS versandt. In weniger als einer Stunde. Jeder musste so ein Natel haben. Und fast jeder hatte bald auch so ein Handy.

Die Konkurrenz war gefordert. Auch die schwedische Firma Ericsson, die eine Vormachtstellung in der Branche innehatte. Sie ward plötzlich fusioniert zu Sony Ericsson, damit die beiden auf eine Innovation hin arbeiten konnten: auf ein mobiles Telefon, mit dem man auch Fotos schiessen konnte! Smarte Idee! Denn mit einer externen Kamera (Communicam MCA-10) – zum Aufstecken bei Bedarf – wurde das Ding noch attraktiver für die Gaffer.

«Was macht der Mensch da?»

«Wozu steckt diese Person da unten was auf ihr Handy?»

Um Fotos zu machen natürlich und sie dann per MMS zu verschicken!

Wer diesen neuen Dienst besass, war ganz hipp. Und topp an diesem «i»-Phone waren nicht nur das schicke Design und die Wahltasten, sondern auch das weltweit erste Farbdisplay. Ein halbes Jahrzehnt (sprich: ganze 5 Jahre!!) vor Markteinführung eines Computers, der dann als Telefon mit Touchscreen verkauft wurde und deshalb Kultstatus erreichte.

Das Sony Ericsson T68 mit dem «i» am Namensende war 2002 ein grosser Wurf, in der Serie das Tüpfelchen auf dem «i», quasi! Schon in der Bezeichnung – so unpoetisch und korinthenkackerisch aufzählend sie auch ist – echte Telefon-Avantgarde. Avant la lettre im wahrsten Sinne des Wortes, dieses «i»* in T68i, auch wenn es nicht am Anfang einer Namensgebung stand!

 

Vergessen heute auch das BlackBerry, das damals schon alles hatte, was ein Smartphone zu einem echten Smartphone machte. Nur der touchfähige Screen fehlte noch. Den hat dann Jahre später – ich erwähne das gerne noch einmal, um die ewige Leier einer Pioniertat aufrecht zu halten – eine kalifornische Computerbude für sich in Anspruch genommen!

Man solle nicht Äpfel mit Beeren vergleichen! Ich weiss. Ich hab es mir schon zig-fach, resp. i-fach vorbeten lassen von einer betuchten Fangemeinde. Aber ich lass mich auch heute noch nicht verappeln. Wer ohne Fehl und Tadel, werfe den ersten Stein!

Amen!

Fertig mit der Predigt!

 

Dominique

 

 

 

*Steht das «i» allenfalls für: «i»nternet, «i»ndividual, «i»nstruct, «i»nform und «i»nspire?