Stromgitarren und die Schweiz
Wer hat’s erfunden? Ein Schweizer.

Frying Pan von Adolph Rickenbacher, 1935
Am Anfang steht der nach Los Angeles emigrierte Basler Adolph Rickenbacher. Er präsentiert 1934 die erste seriell hergestellte elektrische Gitarre der Welt, die «Frying Pan». Den Spitznamen «Bratpfanne» erhält die aus Aluminium gebaute Hawaii-Gitarre wegen ihrer Form. Unter dem amerikanisierten Namen ihres Gründers produziert die «Rickenbacker International Corporation» bis heute erfolgreich elektrische Gitarren.
Sehnsucht und rebellischer Sound

Plakat der Hula Hawaiians
In der Hawaiimusik, im Jazz und im Rock’n’Roll sind in der Schweiz zum ersten Mal Stromgitarren zu hören. Die Jungen der Nachkriegsjahre proben den Ausbruch aus der gesellschaftlichen Enge. Die neuartige Musik liefert den willkommenen und immer lauter werdenden Soundtrack dazu.
Rock als Revolte

Hallenstadion Zürich nach dem Konzert der Rolling Stones, 1967
«Es ist irgendwie komisch. Man will einfach nur Gitarre spielen, und die Leute denken, man will die Welt verändern.» (Keith Richards)
Die Stromgitarre ist das Symbol des jugendlichen Protestes gegen die Welt der Erwachsenen. Vom Rock’n’Roll bis zum Punk, von den späten 1950er bis in die 1980er Jahre, steht sie als Sinnbild für Aufbegehren und Widerstand, aber auch für Zerstörung und Selbstzerstörung.
Die Begleiterscheinungen bei Konzerten sind der Beweis dafür:
Stuttgart/Berlin, 1958: Bill Haley, randalierende Fans und die Jazzfreunde
Zürich, 1967: Die Rolling Stones im Hallenstadion - zerbrochene Stühle
Zürich, 1968: Jimi Hendrix im Hallenstadion - Globus-Krawalle
Zürich, 1980: Bob Marley im Hallenstadion – Jugendunruhen
Bern, 1980er Jahre:, Zaff, Zaffaraya, Dampfzentrale
Yé-Yé, Beat und die Zeit der Helden

Les Aiglons
Die Stromgitarre wird ab 1960 zu einer Ikone der Popkultur. Stilbildende Bands wie die Beatles oder die Rolling Stones und Gitarrengötter wie Jimi Hendrix sind die Idole und strahlenden Vorbilder der Schweizer Jugend.
Die Stromgitarre ist tot – Es lebe die Stromgitarre!

Walty Anselmo
Seit Mitte der 1970er Jahre erlebt die Stromgitarre eine wechselhafte Geschichte: Vom zentralen Instrument der Rock- und Pop-Musik bis in die Bedeutungslosigkeit und zurück. Die Stromgitarre hat alles erlebt – und überlebt.
«...auf dass die Bubis das Fürchten lernen»

Sibylle Aeberli und Suzanne Zahnd vom Team Winterthur
Die Geschichte der Instrumentalistinnen ist eng verknüpft mit derjenigen der Gleichberechtigung und dem Wandel des weiblichen Selbstverständnisses. Trotz tief greifender gesellschaftlicher Umbrüche sind Stromgitarristinnen noch immer eine rare Erscheinung.
Das wilde Leben

Toni Vescoli
Was ist das für ein Gefühl, mit der Stromgitarre auf der Bühne zu stehen? Welche Emotionen löst dieses Instrument aus? Was geht ab zwischen Musiker und Publikum? Und was ist wirklich dran am Klischee des wilden Lebens mit der elektrischen Gitarre in der Hand? Toni Vescoli, Fernando von Arb, Marlene Marder und Zlatko «Slädu» Perica erzählen in einem Video-Gespräch Anekdoten und Erlebnisse aus ihrer Karriere und berichten von den Erfahrungen, die sie auf der Bühne und hinter den Kulissen gemacht haben.
Eine Dokumentation von Beat Hirt für das Schweizer Fernsehen SF1 zur Schweizer Rockgeschichte findet sich auf www.rockumentation.ch


