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Die Themen der Ausstellung «Goodbye & Hello: Im Dialog mit dem Jenseits»

Arme Seelen

Nach katholischer Auffassung büssen Arme Seelen im Fegefeuer für ihre Sünden zu Lebzeiten. Lebende können durch Gebete, gute Werke, Almosen sowie das Lesen von Messen zu ihrer Erlösung beitragen. Im Volksglauben begegnen wir den Armen Seelen bis heute entweder als ruhelose Seelen, die Lebende um Hilfe bitten, oder als Geistwesen, die vor allem nachts ihr Unwesen treiben. Das Brauchtum kennt deshalb zahlreiche Praktiken und Rituale, die zur Erlösung von Armen Seelen beitragen oder vor unheilvollen Geistern Schutz bieten sollen.

 

Im Gespräch mit Verstorbenen

Ein Mensch ist gestorben. Das Gespräch mit ihm ist plötzlich abgebrochen. Diese Situation ist schwer zu akzeptieren. Darum wendet man sich weiter an ihn: In der Todesanzeige, bei der Abdankungsfeier oder im Nachruf werden Verstorbene oft direkt angesprochen. Nach der Bestattung bleiben das Grab oder die Urne auf dem Kaminsims als Orte für die stille Kommunikation.

 

Ein Blick ins Jenseits

«Mein Körper lag unter mir, ich bin durch einen Tunnel geschwebt, habe tote Freunde getroffen, bin von einem Lichtwesen zurückgeschickt worden.» Menschen, die in höchster Lebensgefahr schwebten oder klinisch tot waren und wiederbelebt werden konnten, berichten so oder ähnlich über ihre Nahtoderlebnisse. Bei Umfragen geben in Europa 5% der Menschen an, Nahtoderfahrungen gemacht zu haben. Sind solche Nahtoderfahrungen Beweise für ein Jenseits? Einige Forscher meinen: warum nicht? Andere verweisen auf biochemische Vorgänge im Gehirn. Und wieder andere sagen, die Berichte seien alte Geschichten, die immer neu erzählt würden.

 

Spuk

Klopfgeräusche aus den Wänden, Türen öffnen und schliessen von selbst, Gegenstände fliegen durch die Luft, Hausbewohner sehen Geister oder werden von unsichtbaren Händen berührt. Wer es nicht selber erfahren hat, glaubt es nicht. Auch die Wissenschaft steht vor einem Rätsel. Es spukt. Sind Verstorbene am Werk? Handelt es sich um psychische oder physikalische Energien, die von den Bewohnern selber ausgehen? Bis heute ist eines nur sicher: Tausende von Menschen haben über Jahrhunderte hinweg Spuk am eigenen Leibe erlebt.

 

Diktate aus dem Jenseits

Note für Note, Wort um Wort reihen sich auf ein Stück Papier. Zeichnungen und Gemälde entstehen in wenigen Minuten. Stift oder Pinsel führt ein Medium automatisch, durch das sich ein verstorbener Mensch oder ein Geistwesen ausdrückt. Auf diese Weise ist Musik komponiert, sind hunderte von Büchern geschrieben sowie tausende von Bildern gezeichnet oder gemalt worden. Wer ist der Autor oder die Autorin? Ein Urheber aus dem Jenseits? Das Medium?

 

Botschaften aus dem Jenseits

Verschiedene Kommunikationsmittel übermitteln Botschaften aus dem Jenseits: Klopfzeichen ertönen als Morsecode, Stimmen von Verstorbenen sind ab Tonband zu hören, unbekannte Wesen melden sich per Telefon oder erscheinen als Fernsehbild und auf Computer tauchen mysteriöse Texte auf. Solch krasse Verstösse gegen den gesunden Menschenverstand werden immer wieder von vertrauenswürdigen Menschen berichtet. Niemandem ist es aber bis anhin gelungen, überzeugende Erklärungen für diese Phänomene zu liefern. Unglaublich – aber wahr?

 

«Letztlich will es scheinen, dass alle Instrumente, die wir im Verlauf der normalen Kommunikation nutzen Telegraf, Telefon, Radio und so weiter von einer bestimmten Art psychischer Kraft manipuliert werden können.» (D. Scott Rogo)

 

Spiritismus

Spiritisten glauben, dass Verstorbene in unsere Welt hineinwirken, und dass mit Geistwesen kommuniziert werden kann. In sogenannten Séancen (Sitzungen) häufen sich ab 1850 Phänomene, welche die spiritistische These stützen: Sitzungsteilnehmer vernehmen Klopfgeräusche, Tische heben vom Boden ab, Musikinstrumente spielen von selbst, Menschen und Gegenstände erscheinen und verschwinden wieder. Sitzungsteilnehmer stellen Medien in Trance Fragen und erhalten darauf Antworten in mündlicher oder schriftlicher Form. Sind tatsächlich Verstorbene oder Geistwesen am Werk? Oder handelt es sich um blosse Wunschträume oder Halluzinationen?

 

Gibt es Geister?

«Es gibt Geister.» Unter diesem Titel startet die Zeitschrift «Der Schweizerische Beobachter» 1954 eine Artikelserie über Geistererscheinungen und andere okkulte Erlebnisse. 1500 Rückmeldungen gehen darauf bei der Redaktion ein. Authentisch und glaubwürdig bestätigen die Leser darin, dass es sie gibt, die Geister. Diese erscheinen in unterschiedlichsten Formen und Situationen: als Ahnungen, Wahrträume, Vorankündigungen oder Voraus-Wissen (Hellsehen) eines bevorstehenden Ereignisses. Aniela Jaffé hat über 1000 dieser «Spontanphänomene» analysiert und die Ergebnisse 1958 publiziert.

Und heute: Gibt es sie noch, die Geister?

 

Lug und Trug?

Wir Menschen lassen uns täuschen: Durch Trug- oder Nachbilder beispielsweise. Deshalb sind Zweifel über die Echtheit paranormaler Phänomene auch deren treueste Begleiter. Skeptiker aller Richtungen erforschen das Unerklärbare seit Jahrzehnten. In den allerwenigsten Fällen konnten jedoch Betrügereien oder Täuschungsmanöver wissenschaftlich nachgewiesen werden. Ist das «Paranormale» eine andere Wirklichkeit, wie es von Tausenden bezeugt wird? Oder ist es bloss eine Frage der Zeit, bis die Forschung das «Paranormale» als neues wissenschaftliches Gesetz entdeckt?

 

Zeitzeugen Persönlich

Gibt es Geistwesen? Was ist Spuk? Ist ein Dialog mit dem Jenseits möglich? Die Meinungen und Vorstellungen dazu gehen weit auseinander. Vier Menschen nehmen zu Beginn des 21. Jahrhunderts Stellung und geben Einblicke in ihr persönliches Weltbild:

  • Dolly Röschli gibt Auskunft über ihren Beruf als professionelles Medium.
  • Wolfgang Eisenbeiss vertritt seine Ansicht als christlicher Spiritualist.
  • Peter Brugger, Leiter der Neuropsychologischen Abteilung des Universitätsspitals Zürich, steht ein für eine vorsichtig-kritische Haltung.
  • Bauer Klaus Bucheli schildert seine persönlichen Erlebnisse mit dem «Toggeli».
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