BLICKFANG

 

Di 27. Mai, 21 Uhr (Reservation erwünscht)

Dauer zirka eine Stunde

In Kombination mit "Lichttheater" (19.30 Uhr)

 

Du betrittst den Raum, lässt deinen Blick schweifen.

Gefalle ich dir? Wirfst du einen Blick auf mich?

Einen Augenblick lang.

Blicke sagen mehr als Worte.

Liebe auf den ersten Blick?

Schau mir in die Augen, Kleines!

Das Auge ist der Spiegel der Seele.

Was aber, wenn ich nicht sehe, ob du lächelst,

wenn ich deinen Blick nicht erwidern kann,

wenn mein Blick ins Leere fällt,

wenn meine Augen

blind sind?

 

Liebe-volle Begegnungen werden von blinden und sehbehinderten Jugendlichen der Theatergruppe Nachtsicht der Deutschen Blindenstudienanstalt in Marburg in Szene gesetzt.

 

Regie und Technik: Karin Winkelsträter

Produktionsassistenz: Monika Saßmannshausen und Thorsten Büchner

 

Wir spielen nicht als Blinde Theater, sondern wir spielen Theater und sind nebenbei blind.

 

Am Anfang war die Idee... Die Idee etwas außergewöhnliches zu wagen: Theater spielen mit Blinden und Sehbehinderten. Geht das überhaupt?

Heute sind die Skeptiker verstummt. Denn seit 1997 die erste Theatergruppe aufgebaut wurde, beweisen die Schülerinnen und Schüler der Deutschen Blindenstudienanstalt immer wieder aufs Neue bei Theatertreffen mit Nichtbehinderten und bei öffentlichen Auftritten weit über die Grenzen Hessens hinaus, dass es geht. Die beiden Gruppen NullOptik und NachtSicht haben in dieser Zeit 15 Produktionen auf die Bühne gebracht.

Sie haben mehrere Förderpreise des Kultusministeriums erhalten, wurden zum Bundesweiten Schultheatertreffen der Länder eingeladen und zum Internationalen "Fest der Sinne" in Lingen/Ems, und gewannen sogar einen Preis der Landesarbeitsgemeinschaft für Kulturinitiativen. Zahlreiche Gastspiele führten sie u.a. nach Frankfurt, Cottbus, Wiesbaden und nun - nach Bern.

 

Wir erobern das Theater als "normale" Form der Unterhaltung des Publikums, und wir sind erfolgreich, weil das Publikum einer gelungenen Inszenierung Respekt zollt und nicht der Fähigkeit der Akteure, die Bühne zu finden.