| Ausstellungsarchiv des Museums für Kommunikation, Bern (Design 1996-2001) |
Sonderausstellungen |
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Medieninformationen:SpaceKommunikation im Weltraum22. Oktober 1999 - 23. April 2000
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Die Nachricht von der Ermordung Abraham Lincolns erreichte im Jahr 1865 Europa per Schiff - nach rund drei Wochen. 1963 erfuhren die Medien jenseits des Atlantiks von der Ermordung Kennedys dank Telex schon nach wenigen Minuten. Seit "Sputnik" greift die Nachrichten-übermittlung im Wettrennen um die Zeit und mit dem Ziel der globalen Erschliessung weit in den Raum hinaus. Hat Armstrong 1969 unsere Phantasie beflügelt, indem er seinen berühmten Satz von der Mondoberfläche auf die Erde funkte, senden uns mittlerweile Raumsonden bereits Daten vom Rand unseres Sonnensystems. In einer verhältnismässig erdnahen Umlaufbahn dagegen spielt sich eine Entwicklung ab, von der Laien in der Regel nur wenig wissen: Die Entstehung eines lückenlosen Netzes von Satelliten, die gewaltige Mengen von Daten sammeln oder austauschen und auf diese Weise für unser Alltags-leben immer unentbehrlicher werden. Das Museum für Kommunikation zeigt in der Ausstellung "Space", wie es dazu kam und wie die revolutionären Schritte auf dem Weg dahin die Kommunikation des Menschen grundlegend verändert haben. Zum ersten Mal wird dem Publikum Gelegenheit geboten, mehr über die Anwendungen einer hochentwickelten Technologie zu erfahren. Die Ausstellung wirft ausserdem Fragen auf über die Stellung des Menschen im Universum und über die Bedingungen und Konsequenzen der globalen Kommunikation. Und sie spekuliert darüber, ob es wohl noch andere Lebewesen im Universum gibt und wie wir mit ihnen in Kontakt treten können.
Weltraumpioniere: Sputnik & CoDas auslaufende Jahrhundert ist gekennzeichnet durch den Vorstoss des Menschen in den Weltraum. Ein halbes Jahrtausend nach Kolumbus sind es Raumsonden, bemannte Kapseln und Satelliten, die unseren ungebrochenen Expansions- und Wissensdurst befriedigen, begleitet von Innovationen und Erkenntnissen, welche die Kommunikation und unser Weltbild grundlegend verändert haben. Seit dem Start des russischen Satelliten "Sputnik" am 4. Oktober 1957 hat die Übermittlung von Tönen und Bildern zwischen Satelliten, Raumschiffen und Bodenstationen kaum etwas von ihrer Faszination eingebüsst. Die Funksprüche der Astronauten aus der Raumstation verbinden wir gerne mit den typischen Störgeräuschen aus der Pionierzeit. Dabei übersehen wir, dass erst der fehlerfreie Datenaustausch mit der Bodenstation die Raumfahrt überhaupt möglich gemacht hat. Die Sonderausstellung zeigt Meilensteine dieses einzigartigen Abenteuers, das sich mit Sonden schon dem Rand unseres Sonnensystems nähert. Wir begegnen unter anderen dem literarischen Urvater der Raumfahrt, Jules Verne, und Wemher von Braun, dem Konstrukteur der V2-Rakete, der Mutter aller Raumfahrzeuge. Die elektronischen Medien und ihre Kommentatoren haben durch ihre vom Weltpublikum fieberhaft mitverfolgten Direktübertragungen wesentlich zur Heroisierung der Astronauten beigetragen. Wer kennt sie nicht, die Stimme und das Gesicht von Bruno Stanek, der mit seinen euphorischen Kommentaren teilhatte am Glanz dieser Helden? Nicht fehlen darf natürlich in der Ausstellung die Ikone der Raumfahrt: Armstrong spricht für uns noch einmal seine berühmten ersten Worte auf dem Mond.
Ist da noch jemand?Perry Rhodan, Captain Kirk, Luke Skywalker und wie die Glorreichen der Science Fiction alle heissen mögen, haben in ihren intergalaktischen Abenteuern stets dasselbe Problem: der Kontakt mit Ausserirdischen. Deren Andersartigkeit wirft zunächst einmal Fragen auf zum Bild, das wir uns von den Aliens machen. Betrachtet man in der "Ahnengalerie" der Ausstellung all die monströsen Gestalten vor und nach E.T., so scheinen der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Und doch bleibt unsere Vorstellungskraft gegenüber dem Unvorstellbaren offensichtlich im allzu Menschlichen (oder Tierisch-pflanzlichen) stecken. Dasselbe gilt auch für alle Versuche, mit fremden Intelligenzen zu kommunizieren, sei es im Film, sei es in der Realität. Spätestens seit Jody Foster als verbissene Wissenschaftlerin im Film "Contact" ein Arsenal gigantischer Parabolantennen den Himmel abtasten liess, ist uns bewusst geworden, dass die Suche nach Botschaften aus dem All systematische Formen angenommen hat - nicht nur im Kino. Waren noch 1960 die ersten Radioastronomen bei ihrer Suche auf sich allein gestellt, kann seit Neuestem jeder PC-Besitzer sein Gerät weltweit mit dem Rechner der Berkeley-lniversität vernetzen und sich an der Entdeckung des ersehnten einen Signals beteiligen. Solche Versuche - von den einen skeptisch belächelt, von den andern mit Eifer betrieben - geben Anlass, sich in der Ausstellung Gedanken über den Menschen im Universum zu machen.
Der Mensch im Netz der Satelliten-KoordinatentHeute können dank Astra und Hotbird in den abgelegensten Winkeln der Schweiz mehrere hundert Fernsehstationen aus zahlreichen Ländern der ganzen Welt empfangen werden, Thailand, Saudi-Arabien und Brasilien inbegriffen. Die Nachfolger des ersten kommerziellen Fernsehsatelliten "Early Bird" wirken beim permanenten globalen Infotainment kräftig mit: Ohne die CNN-Direktübertragungen von den Schauplätzen des Golf-krieges beispielsweise hätte die Weltöffentlichkeit nicht live an der Tragödie teilhaben können. Wesentlich am Aufbau dieses weltumspannenden Netzes beteiligt waren die Ariane-Trägerraketen, von denen ein Modell der neuesten Generation in der Ausstellung gezeigt wird. Sie haben mit dem Transport von Satelliten nicht nur der Fernseh- und Radioübertragung eine neue Dimension verliehen, sondern auch der Telefonie. Mit neuen Technologien wie das von Bertrand Piccard im "Breitling 3" verwendete "INMARSAT", "IRIDIUM" u.a. wird die drahtlose Übertragung von Gesprächen auch dort möglich, wo keine lokale Infrastruktur vorhanden ist - weitere Meilensteine im Siegeszug des Handy. Die Ausstellung zeigt die Entwicklungslinien der weltweiten Datenübertragung via Satellit und lädt das Publikum ein, über die Folgen nachzudenken: die verwirrende audio-visuelle Flut, die über uns hereinbricht und die Aufnahmefähigkeit unserer vergleichsweise primitiven menschlichen "Antennen" zu überlasten droht, die Konsequenzen der totalen Erreichbarkeit usw. Immer mehr Bereiche unseres Alltags hängen vom Einsatz der Satelliten ab. Sie tauschen nicht nur rund um die Uhr unvorstellbare Mengen von Informationen aus, sondern sammeln auch Daten jeglicher Art. Weniger bekannt und eher unspektakulär sind die Landvermessung oder Geodäsie aus grosser Höhe sowie die Beobachtung der Veränderungen der Ozonschicht und der Sonnentätigkeit. Weit bekannter hingegen sind die Darstellungen der Wetterlage, vom Tiefdruckgebiet über Schottland, medienwirksam inszeniert durch Meteo-Entertainer, bis zu den dramatischen infraroten Satellitenbildern von verheerenden Zyklonen, die sich über dem Atlantik bilden. Viel diskutiert ist gegenwärtig das Global Positioning System (GPS). Die Empfangsgeräte der satellitengestützten geografischen Ortung durchlaufen gegenwärtig eine rasante technologische Entwicklung, so dass die Einsatzmöglichkeiten noch nicht in vollem Umfang absehbar sind. Trotzdem scheint eines sicher: In absehbarer Zeit wird GPS für alle, ob Trekker in der Wüste, Kundenberaterin im Dienstwagen oder Einsatzplaner von öffentlichen Verkehrsmitteln, zur Selbstverständlichkeit werden. Wohin eine allfällige Abhängigkeit von einem solchen Medium führen kann, zeigte unlängst ein Autofahrer, der auf Weisung seines Ortungsgerätes unsanft im Wasser landete ...
Die Ausstellung in StichwortenThemaEntwicklung der verschiedenen Kommunikationsarten zwischen Erde und Weltraum, deren Zwecke und Anwendungen sowie deren Einflüsse auf den Alltag. Ausstellungsteile
Inszenierung
PublikationZur Ausstellung erscheint eine lnformationsbroschüre.
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