Ausstellungsarchiv des Museums für Kommunikation, Bern
(Design 1996-2001)

Sonderausstellungen


Ausstellungskatalog

Pixel, Prints, Pigmente

Alte und Neue Medien in der Kunst

Eine gemeinsame Ausstellung des Kunstmuseums Bern und des Museums für Kommunikation

Kunstmuseum: 18. August - 31. Oktober 1999
Museum für Kommunikation: 18. August - 26. September 1999

Dienstag - Sonntag, 10 - 17 Uhr

 

Malerei nach fotografischen Vorlagen, Materialcollagen, computermanipulierte Fotografien - die künstlerischen Medien durchdringen sich gegenseitig immer mehr. Mit der aktuellen Diskussion um die Eigenschaften und Per-spektiven der sogenannt «neuen» Medien (Video, computergenerierte Bilder, telematische Kunst) stellt sich auch die Frage nach den spezifischen Bedingungen der «älteren» oder «alten» Medien (Malerei, Druckgrafik, Fotografie) neu. Eine gemeinsame Ausstellung des Kunstmuseums Bern und des Museums für Kommunikation Bern verschiebt für einmal den Akzent in der Kunstbetrachtung auf das künstlerische Medium und zeigt die Besonderheiten der einzelnen Bildträger und Darstellungsformen in einem Panorama von Landschaftsdarstel-lungen.

«Künstler haben Veränderungen im Menschen, die durch ein neues Medium verursacht werden, immer als erste wahrgenommen. Ihre Werke bereiten den Boden für eine Zukunft, die in der Gegenwart bereits angelegt ist.»
(Marshall MacLuhan, Playboy Magazine, März 1969)

Das Medium als Botschaft?

Das Verhältnis von Kunst, Technologie und Medium wird nicht erst durch die Digitalisierung zum Thema. Immer dann, wenn sich die Kunst neuer technologischer und medialer Mittel bedient, stellt sich die Frage nach diesem Verhältnis neu. Zu fragen ist insbesondere, inwiefern das künstlerische Projekt vom jeweiligen Technologiewandel und von der Wahl des Mediums betroffen ist. Zwei Positionen stehen sich bei dieser Diskussion gegenüber: Die eine postuliert, dass das Medium oder die Technologie selber wesentlichen Anteil an der Botschaft hat, die andere hält auch mit der Entstehung digitaler Bildwelten daran fest, dass das Medium lediglich ein Mittel zur Kommunikation künstlerischer Inhalte ist.

Jede Kunst ist Medienkunst. Durch die Wahl eines Bildträgers bestimmen Künstlerinnen und Künstler das Medium, mit dem sie ihre Botschaft gestalten wollen. Der Begriff Medien bezeichnet aber auch die Kanäle, über die künstlerische Botschaften transportiert und in die Öffentlichkeit getragen werden. Die Ausstellung «Pixel, Prints, Pigmente» konzentriert sich hauptsächlich auf das Medium als Bildträger, streift jedoch auch die Frage des Mediums als Transportmittel immer wieder.

Landschaft als medialer Raum

Ein Panorama von Landschaftsdarstellungen aus mehreren Epochen - von der Naturlandschaft bis zur Stadtlandschaft - offenbart die Eigenheiten und die heute so aktuelle gegenseitige Durchdringung der künstlerischen Medien. Die Malerei nach fotografischen Vorlagen, welche das Werk von Franz Gertsch prägt, steht exemplarisch für die vielfältigen Übergangs- und Mischformen.

Das Kunstmuseum Bern zeigt vor allem Werke aus den eigenen Beständen, welche im Rahmen der Ausstellung in neue und überraschende Beziehungen gesetzt werden. Exemplarische Arbeiten aus so unterschiedlichen Bereichen wie Druckgraphik, Collage, Malerei, Fotografie und Video thematisieren die Frage nach der Interaktion von Inhalt, Darstellung und Medium. Zu den vertretenen KünstlerInnen gehören u.a. Camille-Jean Baptiste Corot, Paul Cézanne, Paul Klee, Franz Gertsch, Markus Raetz, Jean-Marc Bustamante, Donald Judd und Nan Hoover.

«Paysage No. 1», eine interaktive Videoinstallation des kanadischen Künstlers Luc Courchesne, digitale Bildwelten aus den Bereichen Fotografie (Bohdan Stehlik) und Video (Christian Iseli) sowie Kunstprojekte aus dem Internet dokumentieren den Einsatz neuer Medien in der Kunst im Museum für Kommunikation. In kurzen Videoporträts äussern sich Franz Gertsch, Luc Courchesne und der Filmemacher Christian Iseli zur Situierung ihrer Arbeiten in der aktuellen Mediendiskussion.

Paysage No. 1, Luc Courchesne
Luc Courchesne (*1952)
Landscape No. 1
Jean-Marc Bustamente (*1952)
Tableau Nr. 56, 1982
Kunstmuseum Bern

Anstelle einer gedruckten Publikation liefert Zur Ausstellung eine eigene Website Materialien zur Ausstellung. Unter der Internetadresse «www.PixelPrintsPigmente.ch» sind Texte und Bilder zu den in der Ausstellung behandelten Themen abrufbar.

 

Liste der Künstler

Jean-Marc Bustamante
Paul Cézanne
Camille-Jean-Baptiste Corot
Luc Courchesne
Franz Gertsch
Andreas Gursky
Nan Hoover
Christian Iseli
Donald Judd
Paul Klee
Sigmar Polke
Markus Raetz
Ad Reinhardt
Anselm Stalder
Karl Stauffer-Bern
Bohdan Stehlik
Thomas Struth
James Turrell
Bernard Voïta
Anna Winteler

KuratorInnen

Museum für Kommunikation:
Dr. Thomas Dominik Meier
Dr. Rolf Wolfensberger, r.wolfensberger@mfk.ch
Kunstmuseum:
Henriette Mentha, henriette.mentha@kmb.unibe.ch
Hans Rudolf Reust, mpd@kmb.unibe.ch

Kommunikation

Alberto Meyer, Museum für Kommunikation, 031 357 55 14, a.meyer@mfk.ch
Denise Felber, Kunstmuseum Bern, 031 311 09 44