Ausstellungsarchiv des Museums für Kommunikation, Bern
(Design 1996-2001)

Sonderausstellungen


 

Medieninformationen:

150 Jahre Post

12. März - 12. September 1999
Dienstag - Sonntag, 10 - 17 Uhr

 

150 Jahre Post

Briefe befördern und Menschen transportieren - damit begann 1849 die Geschichte der schweizerischen Post. Die Jubiläumsausstellung würdigt die Bedeutung einer staatstragenden Institution, die seit der Entstehung des Bundes-staates eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Kommunikation gespielt hat.

Ein auf den ersten Blick traditionelles Thema wird dabei auf innovative Weise präsentiert. Die Ausstellung zeigt nicht nur eine Geschichte der Post und ihrer Leistungen zwischen Postkutschenromantik und modernem Dienst-leistungs-betrieb. Sie wartet darüber hinaus mit über-raschenden Einblicken auf, indem sie eine Art Spurensicherung der Post in der schweizerischen Kulturlandschaft betreibt. Zum Einsatz gelangen Originalobjekte, Modelle, Filme, Hörstationen und Computeranwendungen. Eine interaktive Videoinstallation des kanadischen Künstlers Luc Courchesne, der zu den bedeutendsten Exponenten der interaktiven Kunst gehört, lädt ein zum virtuellen Dialog mit Menschen aus dem Post-Alltag von heute.

Für Kinder führt ein spezieller Rundgang durch die Ausstellung. In der Galerie werden die "Unannehmlichkeiten einer Postkutschenreise", 12 lithographierte Reise-bilder von Auguste Xavier Leprince, Paris 1826, gezeigt.

150 Jahre Dienst an der Öffentlichkeit

Als die Eidgenössische Post 1849 ihren Betrieb aufnahm, hatte die Eisenbahn in der Schweiz noch kaum Fuss gefasst, die Telegrafie sollte erst einige Jahre später eingeführt werden und das Telefon war noch nicht erfunden. Damals ahnte niemand, wie schnell sich der Kommunikations- und Transportsektor in den nachfolgenden Jahrzehnten wandeln und wie radi-kal sich der Staatsbetrieb diesem Wandel unterziehen würde.
Die schweizerische Post war massgeblich an der Entwicklung der Kommunikation - des Transports von Menschen, Gütern, Geld und Botschaften - beteiligt. Sie wurde Dank ihrer zahlreichen kleinen und grossen alltäglichen Dienstleistungen gleichgesetzt mit dem für das Selbstverständnis der Schweiz so wichtigen und im internationalen Vergleich so zuverlässigen «service public». Ihre 150jährige Geschichte kann denn auch gelesen werden als eine kontinuierliche Verbesserung dieser Dienstleistungen: Mit dem Einsatz der ersten Bahnpostwagen 1857, der ersten Auto-mobile im Postverkehr 1904 und der Postleitzahlen 1964 wurden die Postzustellung und der Personenverkehr, mit der Einrichtung eines Postcheckdienstes 1906 auch der Geldverkehr wesentlich vereinfacht und beschleunigt. Ein weiterer Meilen-stein erfolgte mit der Rationalisierung der Postverarbeitung in der Zürcher Sihlpost 1930. Heute - nach 150 Jahren stetiger Entwicklung - hat sich das Bild des Unternehmens sprunghaft gewandelt: Aus einem klassischen Staatsbetriebs ist ein moder-nes marktorientiertes Dienstleistungsunternehmen geworden. Die Ausstellung zeigt die Geschichte dieser vielfältigen Entwicklungen.

Die Post macht Staat

Seit ihrer Gründung war die schweizerische Post - zuerst als eidgenössische Oberpostdirektion und später als Teil der PTT-Betriebe - immer auch eine staatstragende Institution mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein. In Form der uniformierten Postbeamten trat der Staat seinen Bürgerinnen und Bürgern sichtbar und in personalisierter Form gegenüber. Die Ausstellung verweist auf die Repräsentationsbedürfnisse des stolzen und stabilen Unternehmens, die sich am augen-fälligsten in der imposanten Architektur der Postgebäude vieler Schweizer Städte niedergeschlagen hat. Sie zeigt das staatliche Unternehmen ausserdem als Ort der Integration: Über alle Sprachgrenzen hinweg gehört noch heute die Poststelle im Dorf und im Quartier genauso zum vertrauten Bild der Schweiz wie der gelbe Briefkasten und das Postauto.

Spurensuche in der Kulturlandschaft

Mit Betrachtungen über die zahlreichen Spuren, welche die Post in der schweizerischen Kulturlandschaft, in der Kunst, Archi-tektur, Literatur, Musik und im Film hinterlassen hat, bietet die Ausstellung aber auch einen neuen und ungewöhnlichen Blick auf die Postgeschichte.

Ausstellung(en)

Die Jubiläumsausstellung führt anhand von Originalobjekten, Modellen, Filmen, Hörstationen und interaktiven Computer-anwendungen durch die Kulturgeschichte der schweizerischen Post. Glanzstücke aus der postgeschichtlichen Sammlung zeich-nen die Entwicklung der Postbetriebe nach und lassen auch die nostalgische Seite der Post wieder aufleben. Für Kinder führt ein spezieller Rundgang durch die Ausstellung.
Neueste Medien bilden das Instrumentarium des Kanadiers Luc Courchesne. Der 47jährige Künstlers zählt international zu den bedeutendsten Exponenten der interaktiven Kunst. Seit Anfang der 80er Jahre sind seine Werke in so bedeutenden Häusern wie dem New Yorker Museum of Modern Art, dem ars electronica center in Linz und dem Zentrum für Kunst und Medientechno-logie in Karlsruhe zu sehen. Seine in die Sonder-ausstellung inte-grierte interaktive Videoinstallation zeigt vier Zeitzeugen aus dem aktuellen Umfeld der Post.
Den BesucherInnen stehen für jeden dieser in Lebensgrösse proji-zier-ten Personen eine Anzahl Tasten mit Fragen zur Ver-fügung. Auf Tastendruck hin wendet sich die gewählte Person dem Betrachter zu und beantwortet die Frage: Rebecca erzählt von ihren Brieffreundinnen, Lotti von ihrer Arbeit als Schalter-beamtin und Postautochauffeuse, Benoît seinem Leben als Post-halter in einem kleinen jurassischen Dorf und Herr Grunder von sich und seinen Erinnerungen an die Post von gestern. In dem sich entspannenden virtuellen Dialog können auf Fragen auch Rückfragen erfolgen. Mit diesem ersten Teil einer Sammlung inter--aktiver Porträts beschreitet das Museum für Kommunika-tion neue und explizit kommunikative Wege in der Museums-vermittlung.
Begleitend zur Jubiläumsausstellung werden Kostproben aus den reichen grafischen Beständen des Museums gezeigt: humorvolle Sujets zum Thema «Unannehmlichkeiten einer Postkutschenreise». Es handelt sich um zwölf lithographierte Reisebilder von Auguste Xavier Leprince aus dem Jahr 1826.

150 Jahre Post - Geschichte der schweizerischen Post (1849-1999)

Das Buch zum Jubiläum

«Ab die Post»,
Hrsg. vom Museum für Kommunikation,
AS Verlag Zürich,
230 Seiten, 320 Abbildungen, Fr. 68.-

Projektleitung

Karl Kronig,
Tel. 031 357 55 12
E-Mail k.kronig@mfk.ch

Kommunikation

Alberto Meyer,
Tel. 031 357 55 14
E-Mail a.meyer@mfk.ch

 

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Firma AMAG.