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Möchtest du mal meine Briefmarkensammlung sehen?

Die Kunstschaffenden Rosalie Schweiker und San Keller nutzen die Briefmarkensammlung des Museums für Kommunikation, um zehn Personen in der Schweiz und in England zu besuchen. Es sind Personen, die sie schon immer persönlich kennenlernen wollten, ohne jedoch bisher zu wissen, wie sie dies anstellen sollen.

Im Rahmen der Umbauphase für die neue Kernausstellung hat das Museum für Kommunikation ein Kunstprojekt lanciert und vier Künstlerteams zu einem Ideenwettbewerb eingeladen. Ziel war eine künstlerische Intervention mit Bezug zu dieser Übergangszeit, die auf die Ausstellungseröffnung hin realisiert werden sollte.

Ausgewählt wurde das Projekt „Möchtest du mal meine Briefmarkensammlung sehen?“ von Rosalie Schweiker und San Keller, das die vorübergehend geschlossene Briefmarkenausstellung in Form eines Briefmarkenalbums auf eine Reise mitnimmt. Der Spruch „Möchtest du mal meine Briefmarkensammlung sehen?“, billiger Vorwand eine andere Person kennenzulernen, stammt tief aus der analogen Zeit. Das Kunstprojekt zeigt aber, dass er auch in der digitalen Welt von Online-Dating und Facebook durchaus zum Erfolg führen kann. Die Porträt-Briefmarken aus der Sammlung des Museums werden nämlich Anlass für Begegnungen mit Menschen, welche Rosalie Schweiker und San Keller etwas bedeuten und die sie gerne besuchen wollen. Mit Ansichtskarten, welche sie ans Museum senden, berichten sie laufend über die stattgefundenen Begegnungen. Die Begegnungen selber dokumentieren sie, indem die besuchten Personen beim Betrachten des Briefmarkenalbums fotografiert werden. Mit diesen Porträts schaffen sie wiederum neue Motive für eine eigene Briefmarken-Edition. Die Edition wird schliesslich dem Museum übergeben. Damit endet die Reise der Briefmarkensammlung. Indem die entstandene Briefmarkenedition in die Sammlung aufgenommen wird, schliesst sich der Kreis.

Die Briefmarkensammlung des Museums wird so zum Katalysator für die Kommunikation zwischen Menschen und die Porträt-Briefmarken zum Erinnerungsort dieser flüchtigen Begegnungen.

Lancierung des Kunstprojektes an der Finissage im Museum: Vertrauensvoll übergibt
Olivia Strasser das Briefmarkenalbum an San Keller.

 

 

Die ersten Postkarten von ihren Briefmarken-Album-Besuchen haben uns San
und Rosalie schon zugeschickt.