Die Ausstellung
Lügenalphabet
Der Rundgang durch die Wechselausstellung «Bilder, die lügen» führt durch das ABC der Bildlügen. 26 Stationen von «A wie Aktuelles» bis «Z wie Zukunft» veranschaulichen die Bandbreite des Themas. Die bekannteste Methode, Fotos zu manipulieren, ist der direkte Eingriff in das Bildmaterial. In der Sowjetunion unter Josef Stalin wurden in Ungnade gefallene Personen aus Fotografien entfernt und so aus der geschichtlichen Erinnerung gestrichen. Wo früher mit Schere und Retuschepinsel gearbeitet wurde, wird heute der Computer eingesetzt. So ist die digitale Bildbearbeitung für die Regenbogenpresse ein beliebtes Mittel zur Auflagensteigerung.
Bilder lügen auch durch falsche Kontextinformationen: Der Journalist Michael Born verkaufte in den 1990er-Jahren verschiedenen TV-Sendern frei erfundene Reportagen mit gestellten Szenen. Nicht die Bilder allein, sondern erst der begleitende Kommentar machten die Beiträge zur Lüge. Ein weiteres Grundmuster ist die «Lüge mit Bildern». Zur Zeit des Faschismus dienten inszenierte Fotos dazu, Adolf Hitler zum übermenschlichen Führer zu stilisieren. Während des Golfkriegs 1991 wiederum versuchte die US-Armee, mit der strikten Kontrolle des Foto- und Videomaterials einen «sauberen Krieg» zu suggerieren.
objektiv – Die Redaktion
Abgerundet wird die Ausstellung durch die Räumlichkeiten der fiktiven Redaktion «objektiv». Nur hier, in der Redaktionslounge, ist «objektiv – Das Magazin zur Ausstellung» erhältlich. Die Illustrierte deckt auf, warum Ex-Botschafter Thomas Borer Beweisfotos skeptisch gegenüber steht, weshalb eine Operationsnarbe manchmal grösser aussieht als sie in Wirklichkeit ist und wieso die Trikotwerbung des BSC Young Boys Bildredaktoren auch schon zum Tipp-Ex greifen liess. Zu bestimmten Themen im Magazin sind in der Lounge TV-Ausschnitte und Videoclips zu sehen. Im «Meeting Room» der Redaktion stehen zudem aktuelle Tageszeitungen und Wochenzeitschriften zur Verfügung. In diesem Sitzungsraum finden auch Workshops für Schulklassen statt.



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