«Bilder, die lügen»

Irakkrieg, 2003.

19.10.2007 bis 6.7.2008

 

Wir leben in einer Welt der Bilder. Bilder – insbesondere Fotografien und Filme – sind in unserem Alltag allgegenwärtig und prägen unsere Wahrnehmung. Umso erstaunlicher ist unser Umgang mit dieser Bilderflut. Texte kritisch zu lesen und deren Wahrheitsgehalt und Absicht zu hinterfragen, sind wir uns gewohnt. Bilder hingegen akzeptieren wir oft ohne zu zögern als wahres Abbild der Realität. Wir zweifeln ihre Objektivität kaum an und glauben an ihren Wahrheitsgehalt. Aber Bilder können lügen, genau so wie Wörter. Noch nie waren die Möglichkeiten der Bildbearbeitung so vielfältig, die Instrumente dazu so weit verbreitet und die Resultate so perfekt wie heute, im Zeitalter des Heimcomputers. Und ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen.

 

Die Ausstellung «Bilder, die lügen» fragt nach der Objektivität von Bildern und zeigt die Problematik der Manipulation von und mit Bildern. Anhand von über 300 Bildbeispielen aus den vergangenen rund 100 Jahren werden die drei Grundmuster der Bildlüge offen gelegt:

  • die Veränderung des Bildmaterials (Manipulation von bestehenden Bildern)
  • die Verfälschung von Text- und Kontextbezug (Manipulation der Bildinterpretation)
  • die Lüge mit Hilfe von realen Bildern (gestellte, inszenierte Bilder).

 

«Bilder, die lügen» liefert keine Patentrezepte zum bewussten Umgang mit Bildern. Aber sie zeigt Wege, wie Bildquellen kritisch hinterfragt und interpretiert werden können. Sie deckt die Machtverhältnisse auf, die hinter Bildern stehen können, entlarvt die Absichten und Ziele der Bildmanipulationen und zeigt die Auswirkungen und Folgen von Bildlügen auf. Die Ausstellung informiert über die ethischen Ansprüche, die im Umgang mit Bildquellen geltend gemacht werden sollten und macht damit klar: Nicht nur diejenigen, die Bilder produzieren und vertreiben, stehen in der Pflicht, sondern auch die Konsumentinnen und Konsumenten.

 

Eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung präsentiert im Museum für Kommunikation.